März 2020: Kultur in Lippstadt vs. Corona

Unbürokratische Soforthilfen für Künstler und Kreative

von Daniela Daus
Daniela.Daus@kulturrat-lippstadt.de

Das öffentliche Leben steht derzeit still und damit auch das kulturelle und kreative Tun in unserer Stadt. Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Aufträge, Workshops – all diese im Rahmen von Corona abgesagten Vorhaben bedeuten einen direkten Einkommensausfall für Kulturschaffende und Kre- ative. „Den Kulturrat Lippstadt e.V. erreichen in diesen Tagen Nachrichten von Mitgliedern und Freunden, die über ausbleibende Einnahmen klagen, und das hat in der Kultur- und Kreativbran- che sofortige und verheerende Folgen“, berichtet Daniela Daus, 1. Vorsitzende des Vereins. Daher unterstützt der Lippstädter Verein mit Nachdruck die aktuelle Forderung des Deutschen Kulturrat, dem Spitzenverband der Bundeskulturverbände, an die Bundesregierung: Die Verant- wortlichen sollen sicher stellen, dass ein Anteil der geplanten Nothilfegelder für Solo-Selbständige und kleine Unternehmen aus dem Kulturbereich reserviert werden.

Gleichzeitig begrüßt der Kulturrat Lippstadt das Sofortprogramm der NRW-Ministerin für Kultur und Wissenschaft Isabel Pfeiffer-Poensgen, welches am 20.3. 2020 der Presse vorgestellt wurde, und hofft, dass das An- gebot unbürokratisch und schnell umgesetzt wird. Demnach können freischaffende Künstler aus NRW einen Zuschuss von bis 2.000 Euro bei der zuständigen Bezirksregierung beantragen, sofern sie einen Einnahmeausfall und die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse (KSK) belegen. Über Einzelfallprüfungen können auch Künstler unterstützt werden, die nicht Mitglieder der KSK sind, aber professionell und selbständig tätig sind. Christian Schwede, freischaffender Musiker aus Lip- pstadt, hat die Gesamtsituation der Branche auch nach Corona im Blick: „Kunst, Kultur, Gesellig- keit. Das muss alles in Zukunft einen neuen Stellenwert bekommen. Ohne die Kunst ist es wie ein Tag im Frühling ohne Vogelgezwitscher.“

Viele Kulturschaffende erarbeiten aktuell auch neue Formate, vor allem im digitalen Raum, und agieren in der Krise gemeinsam. Die Lippstädter Kommunikations-Designerin Johanna Thiemeyer kommentiert die Entwicklung: „Trotz all der Ungewissheit und den damit verbundenen Proble- men ist es schön zu sehen, wie stark sich Künstler und Freischaffende im Moment verbünden und dadurch sichtbarer werden. Mir scheint, dass es jetzt besonders Branchenfremden viel deutlicher wird, welchen Stellenwert Kunst, Kultur und Entertainment wirklich haben. Das ist der Kitt, der das soziale Leben zusammenhält“, so die Kreative.

Für aktuelle Informationen rund um Hilfen für die Kultur- und Kreativwirtschaft empfiehlt der Kulturrat Lippstadt e.V. ein Abonnement des Newsletters vom Deutschen Kulturrat unter www.kulturrat.de . Für das genannte Soforthilfeprogramm in NRW sollten Betroffene schnellstmöglich den Kontakt zu der für Lippstadt zuständigen Bezirksregierung Arnsberg suchen.